ute`s Fotoblog

Weberei- und Heimatmuseum Laichingen


Laichingen ist bis in die heutige Zeit zumindest in Baden-Württemberg als Leinenweberstadt bekannt. Noch heute gibt es einige Bettwäschefabriken hier. Allerdings wird nun fast alles mit computergesteuerten Maschinen hergestellt.

Das Weberei- und Heimatmuseum zeigt uns, wie die Menschen früher hier gearbeitet haben.

Die „Dunken“, Werkstätten der einstigen Weber, waren im Keller unter der Wohnstube eingerichtet und von dieser durch eine Falltüre zu erreichen. Die Webstühle alter Bauart, noch hergestellt bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts, waren darin aufgestellt. Diese unterirdischen Räume waren nicht beheizbar und wurden mit Petroleumlampen beleuchtet; ihre Höhe betrug 1,7-2 Meter. Die gleich bleibende Luftfeuchtigkeit von ca. 72 % war der Leinwand zuträglich.

(Zitat aus dem kleinen Museumsführer des Höhlen- und Heimatvereins Laichingen (Bearbeitung Horst Groß)

Die Leinenweber waren sehr arme Leute. Sie arbeiteten für einen Hungerlohn und hatten kaum etwas zu essen. Rheuma und Tuberkulose waren durch die feuchte Kellerluft häufige Berufskrankheiten.

Hier ein paar alte mechanische Webstühle

Diesen hier habe ich extra für meine Chemnitzer Bloggerfreunde fotografiert

Die Weberschiffchen

Ohne Garn keine Webstühle, hier also noch ein paar Spinnräder, die bestimmt unsere liebe Gudrun interessieren werden.

Das Heimatmuseum ansich habe ich jetzt mal weggelassen. Das Webereimuseum ist einfach seltener und eben typisch für Laichingen.

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29 Antworten

  1. fudelchen

    Leineweber, das kenne ich aus Bielefeld und ist dort auch ein Begriff.
    Die Fotos interessant und sehr schön.
    Ich glaube halb Bloggerhausen hat an Ostern die Welt bereist 😀 seien wir gespannt.

    Herzlichst ♥ Marianne

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    26. April 2011 um 21:20

    • Ja, Marianne, durch die Blogs lernt man Regionen kennen, in denen man noch nie war 🙂 Ich bin auch gespannt, welche Reiseberichte uns noch erwarten.

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      27. April 2011 um 07:48

  2. Und da haben wir sie ja schon: eine Haspel.
    Ich war schon sehr auf deinen Beitrag gespannt, liebe Ute. Gern wäre ich mit dir gegangen in das Museum. Ich komme zwar aus einer Gegend, die (ursprünglich)von der Textilindustrie lebte, aber das hat mich lange Zeit nicht interessiert. Jetzt würde ich gerne Weben lernen, aber schon die Vorbereitung des Webstuhls dauert ewig und ist eine Wissenschaft für sich.
    Danke für deinen Bericht und die tollen Bilder.

    Herzliche Grüße aus dem Spinnstübchen

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    26. April 2011 um 23:50

    • Das ist also eine Haspel. Ist wohl nicht das selbe wie ein Schiffchen, oder? Gudrun, dich hätte ich gut gebrauchen können bei der Besichtigung 🙂

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      27. April 2011 um 07:49

  3. Oh wie schön. Ich mag alte Dinge und die Webstühle sind richtig toll 🙂
    Liebe Grüße
    Stefanie

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    27. April 2011 um 07:05

    • Stefanie, das sind riesige Geräte. Schade, dass nicht demonstriert wurde, wie damit gearbeitet wurde. 🙂

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      27. April 2011 um 07:50

  4. Eine gute Idee liebe Ute, für das Webereimuseum etwas Werbung zu machen. Ich bin mit den Geräten aufgewachsen, mein Vater war der letzte Handweber in unserer Dunk. Wir Kinder mussten nach der Schule „Spulen“ an so einem Haspel, schade dass man damals keine Fotos gemacht hat.
    Die Vorstandschaft des Geschichtsverein hat es abgelehnt Bilder im Netz zu veröffentlichen, schade oder?
    Herzliche Grüße Karl

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    27. April 2011 um 08:05

    • Schade Karl, das wäre doch eine schöne Werbung für das Heimatmuseum. Ich habe mich sowieso über die wenigen Besucher gewundert. Ebenso schade ist es allerdings, dass du keine Bilder von damals hast, die wurden gut hier rein passen bzw. im Heimatmuseum einen Platz finden.

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      27. April 2011 um 16:46

  5. Wenn man sich das mal vor dem inneren Auge ausmalt, welche Arbeitsbedingungen in früheren Zeiten geherrscht hatten – grausig! Da lernt man es umso mehr zu schätzen, wie gut wir es an sich heutzutage und hierzulande doch haben…
    Liebe Grüße!

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    27. April 2011 um 09:13

    • Das stimmt, liebe Margot. Die Leute waren damals bettelarm und haben sich fast zu Tode gearbeitet. Daran sollten wir öfter mal denken, wenn wir unzufrieden sind. 🙂

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      27. April 2011 um 16:47

  6. Ein sehr interessanter Artikel und tolle Bilder. Danke!

    LG Bärbel

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    27. April 2011 um 14:30

  7. Sowas darf nicht in Vergessenheit geraten.
    Wunderbare Fotos hast du mitgebracht.
    Sowas finde ich auch überaus interessant.
    Der Name Leineweber ist auch hier bei uns im Ort noch vorhanden.

    Prima, dass wir dich begleiten durften.
    Ganz liebe Dank dafür ♥

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    27. April 2011 um 17:01

    • Ja Bärbel, man sollte das wirklich nicht vergessen. Es freut mich, wenn dir die Erinnerung an früher gefallen hat. 🙂

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      27. April 2011 um 18:48

  8. Also, da war ich jetzt mit dabei … sehr schön, im Vergleich zu heute … finde ich … heute gibt es überall nur noch riesige Fabriken/Produktionsstätten … da gefallen mir deine gezeigten hier besser … an so einem schönen alten Webstuhl weben … das würde ich auch gerne einmal ausprobieren, wobei ich glaube, dass das gar nicht so einfach ist … DANKE für deine Mitnahme … ich bin gerne wieder auf deinen Ausflügen dabei …
    herzliche Grüße
    Doris

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    27. April 2011 um 21:06

    • Das war sogar manchmal ziemlich gefährlich, liebe Doris. Ein Museumsbesucher erzählte mir, dass er damit noch gearbeitet habe. Beim Durchschuss des Schiffchens sei dieses auf der anderen Seite rausgeflogen und habe einen Kollegen schwer am Auge verletzt. Also auch die „Betriebssicherheit“ war damals noch nicht so gegeben wie heute.

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      28. April 2011 um 08:46

  9. Sehr interessant!
    Ich war mal in Wuppertal in einer alten Weberei, ich fand das auch total faszinierend.
    Die Arbeitsbedingungen waren früher schon extrem. Da kann sich heute eigentlich gar keiner mehr reinversetzen, aber alle sind am meckern 😉
    Mich würden auch die Bilder vom Heimatmuseum interessieren, Ute 😉
    Liebe Grüße,
    Sylvia

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    28. April 2011 um 07:34

    • Sylvia, vom Heimatmuseum habe ich nicht so viele. Das ist halt wie überall, alte Bauernstube und Geräte von „damals“. Aber ich schau mal 🙂

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      28. April 2011 um 08:47

  10. Ooooh, das hat so ein bisschen was von La Granja in Esporles auf Mallorca. Wenn Du sowas magst, solltest Du Dir das keinesfalls entgehen lassen:

    http://www.lagranja.net/

    Sehr schöne Fotos, liebe Ute!

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    28. April 2011 um 09:06

    • Das ist ja wunderbar. Sollte ich irgendwann mal nach Mallorca kommen, dann ist ein Besuch dort ein Muss. Jaaaa, da würde es mir gefallen 🙂

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      28. April 2011 um 13:42

  11. Das hätte mir super gefallen, denn solche alten Sachen mag ich auch sehr. – Die armen Kerle damals haben wirklich im Schweiße ihres Angesichtes ihr Brot verdient.

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    28. April 2011 um 12:55

    • Ja Clara, das war keine schöne Zeit. Aber die Menschen damals kannten es nicht anders. Ich erinnere mich, als ich 1970 nach Laichingen kam, wäre es ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, am hellichten Werktag raus in die Sonne zu sitzen.
      Da hättest du als stinkfaul gegolten, nix Straßencafe oder auch nur Parkbank. 🙂

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      28. April 2011 um 13:44

  12. Hallo Ute,
    das war sicher sehr interessant!
    Diese alten Webstühle sehen schon auf den Fotos beeindruckend aus.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Katinka

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    29. April 2011 um 09:08

  13. Das ist ein toller Artikel! Leineweber gab es hier im Bergischen Land auch sehr viele, besonders aber die Bandweberei ist hier ein Begriff. Auch heute noch wird die Bandweberei hier auf alten Webstühlen betrieben. Wundervolle Bänder entstehen da! Und bei Workshops kann man auch selbst weben lernen.
    Schau mal hier:
    http://www.baenderei-kafka.de/index.php?id=548
    LG von Rosie

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    29. April 2011 um 10:38

    • Das ist interessant, Rosie. Wunderschöne Bänder werden bei euch hergestellt. Das wäre für mich auch mal schön anzusehen.

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      29. April 2011 um 13:20

  14. Das interessiert nicht nur die Gudrun, ein interessanter Beitrag, der mich neugierig machte, endlich das kleine Webermuseum im Nachbarort Geltow zu besuchen, ist längst überfällig.

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    3. Mai 2011 um 01:07

    • Ja, besuche das Webermuseum, es ist wirklich interessant 🙂

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      3. Mai 2011 um 09:51

  15. Ute, wenn du wieder da bist, wird dich alles überrennen, aber das hier möche ich vor dem Verschütten bewahren:
    http://chh150845.wordpress.com/2011/05/20/meine-tierischen-geschenke/
    LG Gruß und herzlich willkommen daheim!

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    20. Mai 2011 um 09:25

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